Der kanadische Thrash-Metal-Klassiker von 1989, roh, unerbittlich, remastered und neu aufgelegt!
Progressiver Thrash Metal aus dem Jahr 1989, den jeder 80er-Jahre-Thrasher kennen muss.
„Universe“ trotzt allen Erwartungen, denn es handelt sich nicht nur um zwei verschiedene Alben, sondern um zwei verschiedene Bands. Die Geschichte lautet wie folgt: Eine kanadische Thrash-Band in der Tradition von D.R.I. und C.O.C. wird offenbar durch einen ungewöhnlich harten Winter zu einem längeren Aufenthalt in ihrem Proberaum gezwungen und kommt mit neuen instrumentalen Fähigkeiten daraus hervor.
Viele der Speed-/Thrash-Bashers (Destruction, Deathrow, Living Death, Voivod usw.) aus der Mitte der 80er Jahre hielten irgendwann inne, um sich umzuschauen und sich zu fragen, ob sie diesen interessanten Ur-Sound, den sie produzierten, wirklich mochten oder ob sie tatsächlich in der Lage waren, viel fesselndere und anspruchsvollere Musik zu schaffen. Unsere „Gehirnspender” hier waren einer von ihnen. Nicht, dass ihr energiegeladenes, mitreißendes Thrash/Crossover-Debüt in irgendeiner Weise schwach gewesen wäre; sie wussten einfach, dass sie innerhalb der Grenzen des Metal mehr leisten und einen größeren Beitrag zur allgemeinen Erweiterung des Universums leisten konnten.
Das Wort „Autoren” drängt sich hier geradezu auf, um den einzigartigen musikalischen Ansatz dieses „universellen” Opus zu beschreiben. In einer Weise, die stark an die letzten beiden Alben von Voivod erinnert (zum jüngsten Zeitpunkt), überschreitet die Darbietung die Grenzen des Thrash und begibt sich auf eine Reise durch das Kaleidoskop des Progressive Metal, ohne dabei starren Kanons zu folgen. Das Experimentieren ist nicht so auffällig wie bei den Werken ihrer Landsleute, da Thrash immer noch eine wichtige Rolle spielt und den komplexen Mosaiken eine schöne dynamische Note verleiht, eine eher aggressive Kante. Die Thrash-Metal-Fans waren zwar immer noch verwirrt von dem, was die Jungs hier gebraut hatten, aber verwirrte Gesichter waren mehr als nur ein vereinzeltes Phänomen in der Menge. Andererseits wird man nicht müde davon, da das gesamte Panorama weniger als 40 Minuten dauert und alles recht flüssig und mühelos abläuft, mit einem seltsamen, luftigen Gefühl der Abgehobenheit.
Apropos spacig: Es hätte durchaus mehr Raum für Exzentrik und Eklektizismus in dieser spannenden, amorphen Musikformel gegeben, aber während das Publikum auf die Bandversion von „Nothingface“ oder „No More Color“ wartete, verkündeten sie das Ende ihres Zaubers mit der Musikindustrie.
Hammerheart Records
Tracklist:
Side A
1 The Genesis Explosion
2 Heliosphere
3 Primordium
4 Exit The Giants
5 Rise Of Man
Side B
6 Estuary
7 Humanity's Child
8 Phobos And Deimos
9 Threshold
10 Infinite Universe