Das Underground-Death-Metal-Meisterwerk von Pungent Stench aus dem Jahr 1991 – neu gemastert!
„Been Caught Buttering“ erreicht seine Größe nicht dadurch, dass es das Death-Metal-Genre erweitert oder weiterentwickelt, sondern indem es dieses auf das Wesentliche reduziert. Hier wird Death Metal verkörpert: Kreissäge-Gitarren drohen, Gliedmaßen zu zerschneiden, das Schlagzeug wird mit der Präzision und Sorgfalt eines Mörders geschlagen, der sein Opfer erschlägt, der Bass pocht im Hintergrund wie der Puls einer monströsen Bestie, Soli reißen ohne Vorwarnung durch den Lärm, verdorbene Geschichten werden in manischem Gebell vorgetragen, und alles ist in schrecklichen, übelriechenden Dreck getränkt. Was rücksichtslosen, mit Dreck verkrusteten Death Metal angeht, ist sein einziger Rivale „Mental Funeral“ von Autopsy. Das hier ist elementar und bewundernswert wegen der Reinheit seiner Vision.
So maßgeblich dieses zweite Album auch ist, so einzigartig ist es zugleich – sowohl in der Diskografie von Pungent Stench als auch im Death Metal insgesamt. Nichts ist ganz so wie dieses Album, was sich schon andeutet, bevor man es überhaupt hört. Joel-Peter Witkin kehrt als Coverkünstler zurück, mit dem Werk „The Kiss“, einer Fotografie eines Leichenkopfes, der in der Mitte gespalten ist und dessen beiden Hälften nebeneinander liegen, als wären sie in einer amourösen Umarmung erstarrt. Witkins Arbeit ist angemessen abstoßend, besitzt aber genug Kunstfertigkeit, um sie über die Unmengen an Goregrind-Covern zu erheben, die geschaffen wurden.
Musikalisch gibt es eine Rock-Unterströmung. Im Gegensatz zu Death-‘N’-Roll-Bands (wie es Pungent Stench auf ihrem nachfolgenden Album wurden), die Rockmusik mit Death-Metal-Elementen machen, verbiegt und verzerrt „Been Caught Buttering“ den Rock, um ihn in sein verdrehtes Gerüst einzupassen. So wie das Cover ein vertrautes und unschuldiges Bild aufgreift und es zu etwas Schrecklichem pervertiert, nutzen die Bandmitglieder altbekannte Stilmittel für hinterhältige Zwecke.
Die Diskografie von Pungent Stench ist qualitativ sehr unterschiedlich. Es gibt noch andere Höhepunkte, aber keiner reicht an diesen heran – nicht, dass man vernünftigerweise erwarten könnte, dass eine Band diese Qualität einmal erreicht, geschweige denn mehrmals. Auf die Frage, worum es bei dieser Death-Metal-Sache eigentlich geht, lautet unsere Antwort schlicht: Spielt einfach „Been Caught Buttering“. Wenn ihr am Altar des gottlosen Splatters betet, wenn regelmäßig klanglicher Dreck aus euren Kopfhörern sickert und euer „Buttering“ bisher unentdeckt geblieben ist, dann ist es höchste Zeit, dass ihr euch erwischen lasst.
Hammerheart Records
Tracklist:
Side A
1. Shrunken and Mummified Bitch
2. Happy Re-birthday
3. Games of Humiliation
4. S.M.A.S.H.
5. Brainpan Blues
Side B
6. And Only Hunger Remains
7. Sputter Supper
8. Sick Bizarre Defaced Creation
9. Splatterday Night Fever